Die Riesterrente als eine Möglichkeit der Altersvorsorge ist derzeit in aller Munde. Getreu dem allseits bekannten Werbeslogan eines schwedischen Möbelhauses könnte man auch sagen:
Sparst du noch, oder riesterst du schon?
Wir wissen alle, dass für die heute jungen Leute die Rente geringer wird oder vielleicht auch auf ein Minimum zurückgeschraubt wird. Schon die derzeit 50er müssen länger arbeiten, um Rente zu erhalten. Wer dennoch zeitiger in Rente geht, muß mit Abschlägen rechnen, mit anderen Worten, eine Rentenkürzung erfolgt. Das ist nicht sehr erfreulich, wenn man davon ausgeht, dass derzeit etwa 67% vom durchschnittlichen Nettolohn gezahlt werden. Um es verständlicher zu machen, bei einem durchschnittlichen Netto von 1300 Euro bleiben als Rente noch 871 Euro übrig. Was können Sie von Ihrer Ausgabenliste streichen, um mit diesem Geld auszukommen? Ausgaben wie Miete, Strom, Wasser, Heizung sind ein Muß. Da diese ständig steigen, wird die Rente wohl kaum dafür reichen. Zusätzlich sollten Sie pro Jahr eine Inflationsrate von etwa 2,5% einrechnen. Bei diesen Zahlen wird sogar einem kurz vor der Rente stehendem Berufstätigen ganz flau. Sicher hilft der Staat den Rentnern, die mit wenig Rente auskommen müssen. Aber wollen Sie ständig als Bittsteller dastehen? Sicher, es steht Ihnen gesetzlich zu. Aber angenehm ist es trotzdem nicht, wenn man ein Leben lang gearbeitet hat und nun für den wohlverdienten Ruhestand nichts übrig ist.
Das sollte junge Menschen zum Nachdenken anregen. Sie können auch mit kleinen Beiträgen für das Alter vorsorgen. Man muß nur zeitig genug anfangen. Es lohnt sich immer.
Mal ehrlich, haben Sie nicht auch oft genug über unsere Politiker und ihre Maßnahmen geschimpft. Besonders dann, wenn es wieder mal ein Griff in unsere Geldbörse war, weil diese oder jene Steuer erhöht wurde oder Vergünstigungen wegfielen?
Jetzt tun unsere Politiker mal was Gutes und verschenken bares Geld und viele wollen es gar nicht. Wer soll das verstehen!
Vielleicht, weil es ihnen noch nicht genau erklärt wurde oder weil sie meinen, da ist ein Haken?
Ein einfaches Beispiel kann sicher etwas Klarheit bringen.
Nehmen wir eine junge Familie mit zwei Kindern. Das Ehepaar verdiente gemeinsam 30.000,00 Euro brutto im Jahr 2007. Im Jahr 2008 müssen 4% vom Bruttolohn in den Riester-Vertrag eingezahlt werden, um die vollen Zulagen zu erhalten. Das sind 1200 Euro für das Jahr. Nun gibt es eine Zulage für das Ehepaar von je 154 Euro, insgesamt 308 Euro. Für jedes Kind beträgt die Zulage 185 Euro, also 370 Euro. Diese Zulagen von 678 Euro werden dem Vertrag gutgeschrieben. Gleichzeitig werden sie von den 1200 Euro Eigenbetrag abgezogen, so dass für die Familie ein noch zu zahlender Betrag von 522 Euro im Jahr 2008 oder 43,50 Euro pro Monat übrig bleibt.
Nun mal ehrlich! Können Sie es sich leisten, jedes Jahr so viel Geld zu verschenken, wenn es um Ihre Rente geht? Wenn jetzt der Einwand kommt, Sie haben dieses Geld nicht übrig, weil die Lebenshaltungskosten so hoch sind? Dann überlegen Sie, auf welche nicht so wirklich wichtigen Dinge Sie verzichten könnten. Im Rentenalter müssen Sie es auf jeden Fall. Oder vielleicht überprüfen Sie, ob wirklich alle Versicherungen sein müssen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, einzusparen. Man muß nur wirklich wollen.
Die Riester-Verträge sind vielfach nachgebessert worden. So muß man die Zulagen nur noch einmal beantragen. Sie werden dann jedes Jahr überwiesen. Außerdem gibt es steuerliche Vorteile, die Beiträge können als Sonderausgaben in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Neu ist auch die Kapitalentnahme zur Schaffung von Wohneigentum. Hier sollten Sie den Versicherungsmakler Ihres Vertrauens befragen.
Zum Thema Riester-Rente könnte noch viel mehr gesagt werden. Aber das ist Thema eines anderen Beitrages.