Nachdem die Riesterrente anfangs nur so dahindümpelte, gerät sie langsam, aber sicher zu einem Absatzschlager. Vor allem Riester-Fondssparpläne sind im Aufwind. Und das deshalb, weil sie die höchsten Renditen unter allen Sparplänen erzielen. Wenn man bedenkt, das ein normaler privater Riesterrentenversicherungsvertrag nur 2,25% Zinsen jährlich bringt, ein Ratensparplan bei den Banken etwa 4% und ein Fondssparen etwa 7% Zinsen jährlich, dann ist wohl jedem klar, bei welchem Vertrag mit gleichen Leistungen mehr Renditen erzielt werden. Diesen Erfolg nahm FOCUS-MONEY zum Anlass, die Fondsgesellschaften zu testen.
Ein Sonderdruck des FOCUS-MONEY vom 26. September 2007 gibt darüber Auskunft, wie die sechs geprüften Gesellschaften abgeschnitten haben. Laut FOCUS-MONEY wollte ein siebter Anbieter keine Auskunft erteilen, andere Offerten gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Zitat:
Der Grund für die hervorragende Wertentwicklung der Fondssparpläne ist klar: Mit diesen Produkten profitieren Anleger besonders von den hohen Renditechancen der Böresen. “Wir setzen zu 100 Prozent auf Aktien, solange der Trend gut ist. Auf lange Sicht bringt diese Anlageklasse einfach die höchsten Erträge”, erläutert Frank Breiting, zuständiger Produktmanager beim Testsieger DWS Investments, im FOCUS-MONEY-Interview. Besonderer Clou: Wer mit Riester-Fonds spart, darf nicht nur hohe Renditen erwarten, sondern engagiert sich zudem ohne Verlustrisiko. Am Ende der Sparzeit müssen die Fonds nämlich mindestens die eingezahlten Beiträge sowie die staatlichen Zulagen auszahlen. Da die Spardauer sehr lang ist, wird aller Voraussicht nach aber ohnehin mehr Ertrag herauskommen.
Weiterhin im FOCUS-MONEY:
Zur Beitragssicherung verwenden die Anlagestrategen der Fondsgesellschaften festverzinsliche Wertpapiere. Setzen die Experten zu stark oder zum falschen Zeitpunkt auf Zinstitel, leidet die Rendite. Bei allen getesteten Angeboten hängt das Mischungsverhältnis von Aktien zu Anleihen vom Alter des Sparers bzw. von der Restlaufzeit des Vertrages ab. Die Technik, mit der die Gesellschaften den Aktien-/Anleihen-Mix berechnen, unterscheidet sich jedoch im Detail. DWS, Cominvest und Union kalkulieren die Aktienquote regelmäßig für jeden einzelnen Sparer. Allianz, Hansa Invest und Deka verwenden pauschalere Modelle. Im Test galten zur Berechnung des Anlageerfolgs für alle Anbieter die gleichen Vorgaben. Berechnet wurde ein 20 Jahre laufender Sparplan mit monatlich 100 Euro Einzahlung. Staatliche Zuschüsse und Steuervorteile wurden nicht berücksichtigt, da sie ohnehin bei allen Anliegern gleich hoch ausfallen und so die Rangfolge nicht beeinflussen können.
Clevere Rechnung. Unterstellt wurde zudem, dass sich das Aktienvermögen während der Sparphase exakt so entwickelt, wie es der MSCI-Weltaktienindex zwischen Anfang 1987 und Ende 2006 tat. Für die Entwicklung des Anlagenanteils galt analog dazu der Citigroup-Euroland-Staatsanleihen-Index als Maßstab. In der Realität hätte sich der Aktienanteil natürlich bei jedem Anbieter etwas anders als der Weltindex entwickelt. Schließlich investieren die Gesellschaften in Fonds unterschiedlicher Güte. So fließt etwa bei Union Investment das Geld überwiegend in den 47 Jahre alten Aktienfonds UniGlobal, den die Rating-Agentur Morningstar mit ihrer Höchstnote bewertet.Dennoch macht der standartisierte Ansatz Sinn, weil nur so deutlich wird, wie stark Kosten und Sicherungstechniken das Endergebnis beeinflussen.
Starke Resultate. Die Ergebnisse der beiden besten Anbieter können sich sehen lassen. In den vergangenen 20 Jahren hätten DWS und Cominvest unter den gegebenen Angnahmen fast die gleiche Rendite erzielt wie der MSCI-Index. Der stieg 1987 bis 2007 mit einer mittleren Jahresrate von 8,2 Prozent. Testsieger DWS liegt mit seiner Rendite von 7,5 % nur 0,7 Prozentpunkte darunter. Anders ausgedrückt:Anleger zahlen pro Jahr nur 0,7 Prozentpunkte für den Erhalt ihrer Beiträge. Das ist nicht viel – um so mehr, als staatliche Zulagen und Steuervorteile in unserer Rechnung noch nicht enthalten sind. In der Realität dürfen Anleger deshalb mit guten Gründen annehmen, dass ihr Riester-Fondsvertrag die gleiche Rendite bringt wie der Aktienmarkt – trotz Beitragsgarantie.
Aus all diesen Fakten ist zu erkennen, je zeitiger man seinen Riestervertrag beginnt und je länger er läuft, um so höher ist die Rendite, bzw. die am Ende des Vertages auszuzahlende Rente. Kursschwankungen und Börsenstürze wie derzeit in New York können langlaufenden Verträgen nichts wesentliches anhaben. Also keine Panik! Jetzt heißt es: abwarten und Tee trinken! Ihre Einlagen sind Ihnen sicher!