Viele wissen es, einige handeln, aber es gibt auch nicht wenige, die meinen, sie selbst trifft es nicht. Aber das Risiko, berufsunfähig zu werden, steigt. Deshalb sollte jeder Arbeitnehmer und auch jeder Selbständige durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell abgesichert sein.
Es gibt Fakten, die eine klare Sprache sprechen.
Zum einen fehlt die finanzielle Quelle für den Lebensunterhalt. Staatliche Hilfen sind gering. Außerdem werden sie nur bei teilweiser oder voller Erwerbsunfähigkeit gewährt. Das bedeutet, wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber eine andere Arbeit in einem bestimmten Umfang ausüben kann, geht leer aus.
Zum anderen ist zu bedenken, dass durch Erwerbseinkommen der Aufbau der Altersversorgung finanziert wird. Fällt das Einkommen weg, wird auch nicht in die Rente investiert. Mit dem Rentenbeginn kommt also das nächste böse Erwachen, die gesetzliche Rente ist gering.
Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind weniger die Unfälle. Hierfür gibt es als zusätzliche Absicherung die Unfallversicherungen. Günstiger Versicherungsschutz ist hier leicht zu bekommen. Ein Vergleich der Unfallversicherung lohnt immer.
Es sind Beeinträchtigungen des Körpers und der Psyche, die uns aus dem Berufsleben werfen.
Am häufigsten sind es Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates, gefolgt von psychischen Erkrankungen, Unfällen und den Herz-, Kreislauferkrankungen.
Was heißt nun aber berufsunfähig?
Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf ganz oder nur teilweise auf Dauer nicht mehr ausüben kann. Wichtig für den Versicherten ist, dass er im Leistungsfall nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann. Das ist zwar bei den meisten Versicherungsgesellschaften Standard, aber es gibt auch noch verschiedene Tarife, bei denen das nicht so ist. Also gut aufgepasst und sich genauestens informieren!
Welche Folgen kann die Berufsunfähigkeit für einen Berufstätigen noch haben?
Eine länger dauernde Krankheit ist oft der Grund für eine Berufsunfähigkeit. Damit ist meistens auch der Verlust des Arbeitsplatzes verbunden. Krankengeldzahlungen aus privaten und gesetzlichen Krankenkassen enden, wenn die Berufsunfähigkeit festgestellt wird. Dabei ist unwichtig, ob der Berufsunfähige Leistungen aus gesetzlichen oder privaten Versicherungen erhält. Ist dann auch der Anspruch auf Arbeitslosengeld beendet, beginnt der soziale Abstieg. Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erreichen nicht einmal die Höhe des gesetzlichen Existenzminimums.
Wie hoch sind nun die Leistungen aus der gesetzlichen Versicherung?
Die Erwerbsminderungs-Rentenreform aus dem Jahr 2001 brachte drastische Kürzungen.
Zum einen wurde die gesetzliche Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Zum anderen haben alle nach dem 1.Januer 1961 Geborene bei Berufsunfähigkeit keinen gesetzlichen Schutz mehr. Deshalb ist Privatvorsorge zwingend notwendig!!!
Was heißt das nun genau?
Für alle gesetzlich versicherten Personen, die am 31.12.2000 das 40. Lebensjahr erreicht hatten, bleibt die alte Regelung erhalten, d.h. bei Berufsunfähigkeit zahlt der Gesetzgeber ca. 26% vom Bruttoeinkommen. Das sind bei 2000 Euro monatlichem Brutto ca. 520 Euro monatlich. Das reicht vielleicht nur für die Miete. Und was wird mit den Lebenshaltungskosten?
Für Versicherte unter 40 Jahren sieht es seit dem 01.01.2001 folgendermaßen aus:
Die “Halbe Erwerbsminderung” bringt ca 17 % vom Brutto, bei 2000 Euro brutto sind das ca. 340 Euro monatlich. Eine “Halbe Erwerbsminderung ” liegt vor, wenn eine Tätigkeit, egal in welcher Form, für 3 bis 6 Stunden täglich ausgeführt werden kann.
Bei einer vollen Erwerbsminderung, also volle Berufsunfähigkeit, gibt es ca. 34 % vom monatlichen Brutto, bei 2000 Euro brutto sind das ca. 680 Euro monatlich.
Was kostet nun eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Bei der Berechnung der Berufsunfähigkeitsrente sind verschiedene Aspekte zu beachten. Zum Beispiel: Wie hoch sollte die Rente sein? Welchen Beruf übe ich aus? Es gibt bei den Versicherungen unterschiedliche Berufe, wie z.B. Dachdecker, Bauarbeiter, Krankenschwester, Friseure u.a., die ein größeres Risiko einer Berufsunfähigkeit haben, als z.B. Mitarbeiter in Verwaltungen.
Die folgenden Beispiele gehen vom einem geringen Risiko aus. Soll eine BU-Rente von 1000 Euro gezahlt werden, zahlen junge Männer und Frauen etwa gleich viel. Mit zunehmendem Eintrittsalter erhöhen sich die Beiträge für Frauen erheblich.
Zahlen 25jährige Männer und Frauen noch 52 Euro monatlich, sind es bei 35jährigen Männern 63 Euro und bei den Frauen 71Euro, so sind es bei 45jährigen Männern 78 Euro und bei den Frauen schon 92 Euro. Das sind Durchschnittswerte, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sind.
Deshalb ist eine frühzeitige Versicherung sehr wichtig. Am besten ist es, sich als Student, Abiturient oder Auszubildender zu versichern, da die Aufschläge auf eventuelle Risikogruppen noch nicht vorhanden sind. Ein Berufswechsel oder Neueinstieg ist der Versicherung nicht zu melden, so wie es bei der Unfallversicherung der Fall ist.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine reine Risikoabsicherung. Sollte kein Schadensfall eintreten, werden die Beiträge nicht zurück erstattet. Deshalb kann es günstiger sein, die Berufsunfähigkeit mit anderen Versicherungen zu kombinieren.
Das wird aber Thema eines anderen Beitrages sein.