E-Call Rettungssystem für Autos

Autor undine , 2011, Artikel in Kategorie Allgemeines No Comments

Jährlich sterben etwa 40.000 Menschen in Europa im Straßenverkehr. Jetzt will die EU-Kommission voraussichtlich ab 2014 alle Neuwagen mit dem europaweit einsetzbaren Notrufsystem E-Call ausrüsten. Die EU schätzt ein, dass damit etwa 2000 bis 2500 Menschenleben gerettet werden können.

Und so funktioniert das System:

Sie haben einen Unfall und sofort schlagen Crashsensoren Alarm, Airbags werden ausgelöst und kurz darauf setzt das System selbständig einen Rettungsruf ab. Gleichzeitig werden auch die GPS-Koordinaten übertragen, so dass die Polizei und Rettungsdienste sofort wissen, wo der Unfall passierte, ohne dass der Betroffene seine Position beschreiben muss. Bei sehr schweren Unfällen ist das Opfer auch meist nicht in der Lage, selbst den Rettungsdienst zu rufen.

Das sind keine Zukunftsträume, seit 1997 hat bereits Mercedes-Benz die S-Klasse mit diesem System ausgerüstet, gegen einen Aufpreis natürlich. Zwei Jahre später zog BMW nach.

Auch Versicherungen sind für ein solches E-Call-System, jedoch befürchten sie, dass die Autohersteller mit diesen programmierbaren Servicefunktionen die Unfallfahrzeuge in ihre eigenen Werkstätten lenken, um diese besser auszulasten. Auch die meisten Autoversicherungen gewähren ihren Kunden einen Nachlass, wenn sie sich dazu verpflichten, ihren Kaskoschaden in einer Werkstatt des Versicherers reparieren zu lassen.

Aus diesem Grunde kooperiert VW mit der Allianz, wo 1,2 Millionen Fahrzeuge über VW-Versicherungsdienst abgesichert werden. HUK-Coburg hat zusammen mit anderen Versicherern gleich ein ganzes Werkstattnetz aufgebaut, wo zu niedrigeren Stundensätzen gearbeitet wird. Gleichzeitig bietet die HUK ihren Kunden 20 % Beitragsnachlass, wenn im Schadenfall ihr Auto in einer dieser Partnerwerkstatt repariert wird.

Seit 2010 bieten auch die ersten Versicherungen E-Call-fähige Geräte ihren Kunden an. Für 9,90 Euro im Monat bieten die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt an, den Wagen mit einem Notrufgerät auszustatten. Die Provinzial Düsseldorf hat nachgezogen und weitere werden folgen.

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